Im Iran wurde am Montag die Zeitung "Schargh" verboten, nachdem sie ein Interview mit einer Lesbe veröffentlicht hatte. Der offizielle Hauptgrund war "ein Interview mit einer Konterrevolutionärin, die die Unmoral predigt", erklärte Alireza Malekian vom Kulturministerium gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.
Die Zeitung hatte ein ganzseitiges Interview mit der in Kanada lebenden iranischen Schriftstellerin Saghi Ghahreman veröffentlicht. Es ging in diesem Interview hauptsächlich um das Thema Thema "feminine Sprache". Die Schriftstellerin setzt sich als Lesbe für die Sache der Homosexuellen ein. Die Zeitung betonte aber, daß sie Ghahreman nur als Schriftstellerin interviewte und keinerlei Fragen zu Sexualität gestellt hätte.
Es ist nicht das erste Mal, das die gemäßigte Zeitung verboten wird. Erst im Mai erschien sie wieder nach neunmonatigen Verbot. Nun soll ein Gericht entscheiden, ob die Zeitung endgültig verboten wird.
Nun entschuldigte sich "Schargh" in ihrer Ausgabe für das Interview mit Ghahreman. Ihre Einstellung sei der Redaktion nicht bekannt gewesen und man würde in der Zukunft solche Gesprächspartner meiden. Ghahreman besitzt eine Website, in der sie sich mit iranischen schwul-lesbischen Fragen beschäftigt.
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